Bei schönem Wetter zieht es viele Menschen nach draußen auf ihren Balkon, um endlich wieder gepflegt zu grillen. Wäre da nur nicht das Problem mit den störenden Rauchschwaden, die vor allem die Nachbarn auf die Palme bringen.

Grundsätzlich ist das Grillen auf dem Balkon zwar erlaubt, allerdings solltest du möglichst rauchfrei grillen, um deine Nachbarn nicht zu belästigen. Im schlimmsten Fall können Bußgelder in Höhe von bis zu 5.000€ blühen.

Aber was ist, wenn man auf den Grillspaß dennoch nicht verzichten will? Hierfür gibt es einige Tipps und Tricks, wie das raucharme grillen gelingt.

Rauchfrei grillen trotz Holzkohlegrill

rauchender Grill

Lästige Rauchschwaden bringen jeden Nachbarn auf die Palme…

Der einfachste Weg, um den lästigen Qualm zu vermeiden, wäre auf einen Elektrogrill umzusteigen. Elektrogrills sind sehr unkompliziert und zudem einfach in der Handhabung: Einfach den Stecker in die Steckdose und nach einer kurzen Aufheizphase kann los gegrillt werden. Eine weitere Alternative, damit das raucharme Grillen gelingt, ist der Gasgrill. Bei Gasgrills reicht ein einfacher Knopfdruck und das Grillvergnügen kann beginnen.

Wer allerdings nicht auf Holzkohle verzichten will, der muss ein wenig in die Trickkiste greifen. Doch eines vorweg: ganz ohne Rauchentwicklung wird das Grillen auf dem klassischen Holzkohlengrill nie vonstatten gehen. Um das Grillgut zum Brutzeln zu bringen, kommt es nicht auf das brennende Holz an, das viel Rauch verursacht, vielmehr auf die Glut. Denn erst das Glutbett erzeugt die Infrarotwärme, die das Fleisch so knackig braun werden lässt. Es ist tendenziell möglich nahezu rauchfrei zu grillen, indem man schon beim Anzünden ein paar einfache Regeln beachtet.

 

 

Rauchfreie Grillkohle: Für den rauchfreien Grillgenuss auf deinem Balkon

Die Grill-Anzündphase ist immer besonders heikel, da hier der meiste Qualm verursacht wird. Es mag zwar anfangs sehr banal klingen, aber schon beim Kauf der Briketts gilt es einiges zu beachten. Die Wahl sollte immer auf hochwertige Grillbriketts fallen, denn es gibt enorme Qualitätsunterschiede. Dies zeigt sich neben der Brenndauer und dem Glühverhalten auch an der Rauchentwicklung. Die Holzkohlebriketts sollten möglichst an einem trockenen, geschützten Ort gelagert werden. Je länger die Grillbriketts der Nässe ausgesetzt sind, desto mehr werden sie anschließend rauchen. Für die Grillkohle-Fans gilt auch hier: ‘Qualität statt Quantität’. So gibt es schon einige Anbieter auf dem Markt, die rauchfreie Grillkohle produzieren:

“Maras-Sommer” rauchfreie Grillkohle:

Diese Holzkohle verbrennt zu 100% rauchfrei. Zudem sind die einzelnen Holzkohlestücke wesentlich größer und gefühlsmäßig leichter als herkömmliche Holzkohlen. Aufgrund der Größe entsteht die Hitze sehr langanhaltend und gleichmäßig. Da die Holzkohle nicht raucht, wird das Grillgut bis auf den Punkt gegrillt, ohne dass es einen rauchigen Geschmack annimmt. Hat die rauchfreie Holzkohle nicht länger als eine Stunde gebrannt, sind die Holzkohlestücke sogar für das nächste Balkon Grillen wiederverwendbar, da die rauchfreie Grillkohle nicht vollständig in Asche verfällt.

“KOKOKO” Grillkohle von McBrikett:

Diese rauchfreie Grillkohle wird aus Kokosnussschalen hergestellt, was sie besonders umweltfreundlich und nachhaltig macht. Mit der Kokoskohle kann eine Brenndauer von bis zu sechs Stunden erreicht werden. Der Einsatz der Kokosbriketts lohnt sich überall, wo Rauchentwicklung unerwünscht ist. Für das rauchfreie Balkon Grillen ist die Kokoskohle von McBrikett also absolut empfehlenswert. Ein weiterer Vorteil der Kokosbriketts: Bei der Verbrennung entsteht kaum Asche, was das Reinigen des Grills nach der Benutzung um einiges leichter gestaltet.

Es lässt sich also sagen, dass die Qualität der Briketts/ Grillkohlen erheblichen Einfluss auf die Rauchentwicklung haben und so für das raucharme Grillen eine entscheidende Rolle spielen.

Brennpaste zur effizienten Qualmbekämpfung

Doch die wohl einfachste und kostengünstigste Variante zum rauchfrei grillen stellt die Brennpaste bzw. Sicherheitsbrennpaste dar. Sie wird für das Anzünden der Kohle verwendet. Erhältlich ist diese in Baumärkten schon ab 1€. Die in der Brennpaste verwendete Mischung aus Brennspiritus und Calcium-Acetat brennt in einer gleichbleibenden Hitze und lässt die Kohle schneller glühen. Die Anwendung ist einfach: Das Schälchen in den Grill legen, die Sicherheitsbrennpaste etwas mit der Kohle verstreichen und schon kann es los gehen.

Schnell und dazu noch raucharm: Der Elektrische Grillanzünder

Mithilfe von diesem Anzünder glüht die Kohle auf Anhieb und verhindert so, dass es zu einer Rauchentwicklung kommt. Zudem ist dieses Zubehör einfach in der Handhabung: den Grillanzünder in den Grill legen, Kohle drauf und den Strom einschalten. Schon nach ca. 10 Minuten fängt die Kohle an zu glühen, und das rauchfrei grillen kann beginnen. Möglich macht es eine Heizspirale, die nach kürzester Zeite hohe Temparaturen errreicht, welche sowohl Kohle, als auch Briketts zum Glühen bringt.

Nachteilig allerdings ist, dass man mit diesem Zubehör abhängig von einer Steckdose ist. Wer im Park grillen möchte, muss daher auf die herkömmlichen Alternativen zurückgreifen.

Rauchvermeidung beim Grillgut 

Wenn die Grillkohle nun schön durchgeglüht ist, kann das eigentliche Grillen beginnen. Hier lässt sich abermals Rauch wirkungsvoll vermeiden, indem darauf geachtet wird, dass keine Flüssigkeit oder Fett in die Glut tropft. Es bietet sich daher an, zuvor allzu fettiges, oder zu stark mariniertes Grillgut abzutupfen, bevor man dies auf den Rost legt.

Extra Tipp: Das Grillgut erst auf den Rost legen, wenn die Brennphase der Kohle vorüber ist, denn in diese Phase neigt es besonders zur Rauchentwicklung. Hinzu kommt, dass erst das Glutbett die nötige Infrarotwärme erzeugt, die die Wurst so knackig braun werden lässt.

Die Grillschale aus Aluminium: Verpöntes Zubehör

Dieses Zubehör soll in erster Linie verhindern, dass Fleischsaft oder Marinaden in die heiße Glut des Holzkohlegrills tropfen und somit das rauchfrei grillen nahezu unmöglich ist. Positiver Nebeneffekt: der Grillrost bleibt sauber und muss nicht gereinigt werden. Empfindliches Grillgut wie Fisch oder Geflügel lassen sich dank der Grillschale leichter zubereiten. Sie brennen nicht so schnell an, kleben nicht am Rost fest und bleiben zart und saftig. Kleineres Grillgut kann außerdem nicht durch den Grillrost in die Glut fallen. Trotz dieser Vorteile bleibt die Schale verpönt. Nachteilig ist laut den meisten Grillfans , dass das Grillgut nicht den typisch rauchigen Geschmack bekommt, wie auf dem direkten Grillrost. Zudem schaden Einweg-Grillschalen aus Aluminium der Gesundheit. Denn Fisch, Fleisch und Co. lösen das Metall aus der Schale, dass anschließend in die Lebensmittel eindringt. Die Wahl sollte daher auf die Edelstahl-Variante fallen.

 

Der Elektro-Tischgrill: Der wohl einfachste Weg zum rauchfrei grillen auf dem Balkon

Eine echte rauchfreie Alternative zum Holzkohlengrill, ist der altbewährte Elektrogrill. Damit ist es sogar möglich, in der eigenen Wohnung zu grillen, so ist das ganze Jahr über Grillsaison. Auch wenn der Elektrogrill nicht an das Flair des Feuermachens und dem Grillen über einer echten Flamme ran kommt, darf er auf keiner rauchfreien Balkon-Grillparty fehlen. Für die nötige Hitze sorgt eine Heizschale, die sich unterhalb des Grillrostes befindet. Unter den Heizstäben befindet sich außerdem meist ein Wasserbehälter, welcher dafür sorgt, dass herunter tropfendes Fett aufgefangen wird. So kann sich das Fett nicht in den Grill einbrennen und die Rauchentwicklung wird verhindert. Der einzige Nachteil des Elektro-Tischgrills ist, dass die Hitzeentwicklung oftmals zu niedrig ist.

Mit Holzkohle Tischgrills rauchfrei grillen

Wer dennoch nicht komplett auf das grillen mit Holzkohle verzichten möchte, für den empfiehlt sich ein rauchfreier Holzkohlegrill. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Tischgrill, der auf Holzkohle Basis arbeitet. Der Grund für den beinahe rauchfreien Grillgenuss ist der Lüfter, der sich unterhalb des Grills befindet. Die elektrische Luftzufuhr bei diesem Tischgrill wird durch einen Akku-Lüfter bzw. Ventilator gewährleistet. Die Glut wird so ständig mit Sauerstoff versorgt, indem der Lüfter die Verbrennungsluft ansaugt und sie an das Glutbett weitergibt. Dadurch wird der Grill schnell und besonders rauchfrei angeheizt. Nach vier bis fünf Minuten ist der Holzkohle Tischgrill grillbereit. Damit das Anzünden leichter vonstatten geht, kann etwas Brenngel verwendet werden. Rauchfrei grillen lohnt sich überall: egal ob auf dem Boot, oder auf dem heimischen Balkon. In geschlossenen Räumen sollte es aus Sicherheitsgründen jedoch unbedingt unterlassen werden!

Der Lotusgrill ist die bekannteste und beliebteste Marke unter den Holzkohle Tischgrills. Er besteht aus einem Kohlebehälter, einer Innenschale, sowie aus einer Außenschale mit eingebautem batteriebetriebenem Lüfter. Um mit dem Lotusgrill das beste Grillergebnis zu erzielen, bietet der Hersteller auch die passende Kohle an. Die hauseigene Buchenholzkohle entzündet sich schneller als herkömmliche Kohlestücke und glüht besser durch, zudem ist diese noch besonders rauchfrei.

Holzkohle Tischgrill

Tischgrills bieten das perfekte rauchfreie Grillvergnügen

Fazit: So gelingt das rauchfreie Grillen auf dem Balkon

Wer auf seinen klassischen Holzkohlegrill nicht verzichten will, wird nie komplett rauchfrei grillen können. Doch mit einfachen Tipps und Tricks und dem richtigen Zubehör, lassen sich die unbeliebten Rauchschwaden eindämmen. Elektro- und Holzkohle Tischgrills sorgen dagegen für ein 100% rauchfreies Grillvergnügen. So klappt es auch in der Grillsaison mit den Nachbarn befreundet zu bleiben. Und wenn alles nichts mehr hilft, lade deinen Nachbarn bei der nächsten Möglichkeit einfach auf eine Grillwurst ein!